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Centocow (Czenstochau)

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Bericht von Eckhard von Fintel  2007

Schon lange plagt mich die Neugier mal herauszufinden was wohl bei Centocow zu sehen ist.  Als ich im vergangenen Monat für eine Woche in Ixopo war und durch Touristenbroschüren blätterte, stellte ich fest das der Ort nur etwa 15 km von Creighton entfernt liegt, davon sind etwa 10 km nicht asphaltiert.  Folgens den Broschüren plant man eine Touristenroute zu den ländlichen Missionsstationen. In Centocow fördert man die „Gerard Bengu Kunstgalerie“ und eine Weberei. Also entschlossen wir uns hinzufahren.


Geschichtliche Hintergrund

1882 wurde Mariannhill gegründet, die Missionsarbeit blühte auf und lief wie ein Feldfeuer durch die Provinz.  Von Europa kamen viele Schenkungen für die Förderung der Missionsarbeit, so auch 1888 eine Schenkung von eine polnische Prinzessin.  Mit diesem Geld kaufte Abt Franz Pfanner eine kleine Farm im Drokvleital angrenzend am Umzimkulufluss.  Es gab mehrere Lokationen (Wohngebiete für Schwarze reserviert) in der nahen Umgebung.  Diese neue Missionsstation erhielt den nahmen Czenstochau (sprich Zentokau) nach dem berühmten polnischen Wallfahrtsort.  Da die Engländer den Namen weder lesen noch schreiben konnten, hat Pfanner ihn nach Centocow vereinfacht.  Czenstochau wurde bald unter der umsichtigen Leitung  von Pater Gerard Wolpert eine der blühendsten Missionsstationen von Mariannhill.  Schon im Jahre 1921 zählte die Station 2 Priester, 10 Laienbrüder, 24 Schwestern vom kostbaren Blut, 458 Schulkinder (davon 150 Kostgänger), 64 Marienhausmädchen, und 18 Insassen des Frauenasyls.  Getaufte waren da 4363 und Katechumenen 400.  Es gab 14 Außenstationen.  Im Zentrum der Siedlung baute man schon 1892 eine geräumige Kirche mit ihrem zum Himmel weisenden Turm, dessen metallene Kreuzesspitze weithin über das romantische Berggelände leuchtet.  Ringsum gab es die Wohnungen der Brüder und Missionsschwestern, sowie Schulen, Werkstätten usw.  Ringsum an den Berghängen wurden Wälder angepflanzt und im Tal fand man die wohlgepflechten Gärten.  Gegen Osten zu stand (steht vielleicht noch) die Mühle mit dem brausenden Wasserfall gleich nebenan.  Schon am 24. Oktober 1910 konnte Abt Gerard (dann schon im Ruhestand) den Grundstein einer größeren neuen Kirche legen.  Sie wurde 1913 eingeweiht. Es ist eines der schönsten Kirchen die von den Trappisten angelegt wurde, mit ihren hohen viereckigen Turm, im italienischen Stil.  In der Apsis (halbrunde oder polygonale Altar-Nische in einem Tempel bzw. einer Kirche) ist ein bemaltes Kirchenfenster das die verschiedenen Persönlichkeiten aus der Gründungszeit der Station, darunter auch Abt Pfanner und die Schwestern vom Kostbarem Blut, zeigt.  Auch sonst ist die Kirche mit vielen Fresken und Malereien geschmückt.

Eine andere bedeutende Persönlichkeit war Pater Appolinaris Schwarmberger.  1920 kam er als Rektor nach Centocow.  zur gleichen Zeit war er auch Lehrer, Arzt und Bauunternehmer.  Seit der Gründung der Station in 1880 gab es dort schon eine Klinik.  Pater Appolinaris spornte den Bau eines Krankenhauses an, starb aber plötzlich, am 13. April 1936, vor der Vollendung desselben.  Danach entschloss man sich das Krankenhaus „St Appolinaris Hospital“ nach ihm zu nennen aus Dankbarkeit Für was er für die Station getan hatte.


Was wir vorfanden

Nach der Fahrt durch eine wunderhübsche Frühlingslandschaft erreichten wir die Station.  Die Beschilderung war gut obwohl die Erdstraßen nicht immer ganz angenehm waren.  Nach unserer Ankunft meldeten wir uns im Büro an und baten um Erlaubnis dort alles zu besichtigen, in den Kirchen zu gehen und die Kunstausstellung zu besuchen.  Von der Gerard Bhengu Kunstausstellung wußten sie nichts, waren aber sonst sehr freundlich, schlossen die neue Kirche für uns auf und erlaubten uns auf dem Gelände herumzugehen.  Das Innere der Kirche war fast überwältigend.  Wir konnten nur staunen.  Wir Lutheraner kennen ja solche Malereien in einer Kirche nicht, und müssen immer nur staunen was für Mühe man sich in der katholischen Kirche macht Gottes Haus zu verschönern.  

Danach besichtigten wir die alte Kirche.  Fenster sind eingeschlagen, und im Innern ist alles man ziemlich traurig und verkommen.  Zum alten Heim der Nonnen sind wir nicht mehr gekommen und wissen somit auch nicht ob die Weberei dort noch existiert.

Wir freuen uns, daß wir uns die Missionsstation angesehen haben und möchten dazu auffordern, daß andere sich auch mal die Mühe machen, denn dadurch kann man helfen, daß dieses Kleinod uns erhalten bleibt.  Wir hoffen auch, daß das zuständige Departement für Tourismus seine Versprechungen durchführt und eine Touristenroute „Mission stations in rural areas“ ins Leben ruft.  Wir sind bestimmt bereichert indem wir schon eine Reihe dieser Stationen besucht haben, die von deutschen Pionieren angelegt wurden.

Die erste Kirche

Die neue Kirche

Im Innern der neuen Kirche

Fresken in der neuen Kirche

Alte und neue Kirchen auf der Centocow Missionstation

Fresken in der neuen Kirche

Das Kirchenfenster in der Apsis

 
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