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Geschichte

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Die Geschichte der Gemeinde Lilienthal
Zusammengestellt durch E.S. von Fintel


Wer über Seven Oaks - Glenside zur Küste fährt, ist überrascht, eine schöne, große Kirche am Wege zu sehen.

Lilienthal Kirche

Foto: Richard Schütte



Die Gründer dieser Gemeinde gehörten ursprünglich zu Harburg.  Doch war die Entfernung von den Lilienthaler Farmen bis zur Harburger Schule für die Kinder zu groß, und als dann die Kinder dieser Farmer das schulpflichtige Alter erreichten, schenkte Herr Dietrich Schütze (*1841 †1919) im Jahre 1898 ein Grundstück für Kirch- und Schulzwecke.  Er und sein Schwiegersohn Hermann Rosenbrock (*1862 †1945) wählten unter Zustimmung der Mitbeteiligten für die Gemeinde den Namen „Lilienthal“ nach dem Heimatorte Rosenbrocks. Zehn Farmer taten sich zusammen, gründeten eine Gemeinde.  Am 18. Juli 1898 legten diese tatkräftigen Männer, die bis jetzt zu den verschiedenen Nachbargemeinden gehört hatten, den Grundstein zu einer Kapelle und vollendeten den Bau derselben innerhalb sechs Monate.  Sie wurde am 1. Februar 1899 eingeweiht und zugleich wurde auch der junge Geistliche, Carl Ohlhoff aus der Hermannsburger Mission, als Pastor und Schullehrer eingeführt, kehrte aber schon nach ganz kurzer Zeit in den Dienst der Mission zurück.


Sein Nachfolger war der junge Pastor Wilhelm Schmädecke. Aus Gesundheitsgründen mußte er schon nach kurzer Zeit 1907 nach Deutschland zurückkehren.  Danach entsandte die Hermannsburger Mission Vikar Detlef Junge für ein Jahr nach Lilienthal.  Dann berief die Gemeinde den jungen Pastor Hermann Deppe, der von 1908 bis zu seinem Tode im Jahre 1942 die Gemeinde betreute.

Die Gemeinde blühte in den ersten Jahrzehnten ihres Bestehens so stark auf, daß man dann ein entsprechend großes Kirchgebäude baute.  Am 2. Pfingsttage, dem 24. Mai 1926 wurde der Grundstein gelegt.  Schon am 15. Juni 1927 hielt die Gemeinde eine fröhliche Kirchweih.  Die bestehende Kirche wurde als Schule umgebaut, später als Halle.  Die Schuldenlast, die auf der Kirche ruhte, war freilich sehr drückend, doch die Opferwilligkeit war stärker.  Mehrere aus der Gemeinde spendeten 40, ja 50 Pfund Sterling.  So wurde die Schuld bald getilgt.

Am Sonnabend den 7. Dezember 1940 wurde die Lehrerwohnung durch einen orkanartigen Sturm so schwer beschädigt, daß die Gemeinde sich entschloß, das Gebäude abzubrechen und ein Nachbargrundstück mit Wohnhaus und Nebengebäuden zu erwerben.
   

Dietrich Schütze

Photo: W. E. Ortmann:
Stammbaum der Familie Ortmann

Einige Jahr später erwarb man eine Pfeifenorgel sowie die Kronleuchter.  Frau Dora Freese spielte über 50 Jahre die Orgel und leitete auch den Chor.
   
Als Nachfolger von Pastor Hermann Deppe betreute Pastor Hans Welke die Gemeinde ab 1942.  Schon 1946 wurde er im Missionsdienst zurück berufen.  Nach Pastor Hans Welke übernahm Pastor Anton Engelbrecht die Gemeinde.  
   
Am 8. Juni 1947 konnte die Gemeinde ihr 50 jähriges Gemeindejubiläum feiern.
   
Zu dieser Zeit entstanden die Keime der Zersplitterung.  Pastor Engelbrecht trat nach eigenem Entschluß 1951 aus dem Verband der Hermannsburger Mission und Synode.  Er wurde freier Evangelist.  Ein erheblicher Teil der Gemeinde folgte ihn.
   
Vielleicht ist die Gemeinde Lilienthal die Gemeinde unserer Kirche (Hermannsburger Kirche), die im Laufe ihrer Geschichte durch schwerste Leiden gegangen ist.  
   
Pastor Friedrich Garz übernahm zunächst die Vertretung von Harburg aus und ist dann von 1952 bis 1964 ihr Pastor gewesen.  Er war zugleich der letzte Pastor, der seinen Wohnsitz in Lilienthal hatte.
   
Die eigentliche geistliche Versorgung ist danach von Harburg aus geschehen.  Zwischendurch sind Vertretungen und Hilfen geschehen durch die Pastoren: Hans Berger, Wolfgang Weißbach, Hans Schubert, Fritz Scriba und Helmut Dedekind.
   
Die Gottesdienste fanden gemeinsam mit der Gemeinde Harburg statt, entweder in Lilienthal oder Harburg.
   

Gemeindehalle

Foto: Richard Schütte

Durch die Entstehung der Notgemeinschaft hat und der daraus folgende Austrittserklärung im Jahre 1973 hat die Gemeinde wieder eine Reihe Mitglieder verloren.  Die Zahl der Gemeindeglieder, die sich in den 1950iger zwischen 200 bis 300 belief, ist durch diese beiden Krisenzeiten abgesunken bis auf unter 40.
   
Die Zahl macht es letztlich nicht, und doch besagt es sehr viel.  Lilienthal liegt nicht in der Nähe der Stadt, so daß die Zukunft gerade nicht verheißungsvoll aussieht, zumal man - wenn man nüchtern ist- damit rechnen muß, das ein Teil der jungen Menschen aus beruflichen Gründen fortziehen wird.
   
Wird die Zahl der Gemeindeglieder immer kleiner, dann schlafen auch immer mehr Aktivitäten in der Gemeinde ein, sei es Sängerchor, Posaunenchor, Jugendarbeit.  Dies ist eine nicht unwesentliche Gefahr für das geistliche Wachstum des Einzelnen.  Es ist leider nicht jedermanns Sache, sich am Leben der Nachbargemeinde zu beteiligen.  Dafür kann es manche hemmende Gründe geben.
   
Immerhin geschah seit den 1960iger Jahren eine immer enger werdende Zusammenarbeit mit der Gemeinde Harburg, die 15km entfernt ist, was den Ort anbetrifft.  Man kann wohl sagen, daß in mancher Hinsicht die Zusammenarbeit so fortgeschritten ist, daß sie praktisch eine Gemeinde mit Harburg bildet.
   
Wer sich in die Vergangenheit vertieft, dem kann es dabei schwer ums Herz werden. Es gab für die Gemeinde Lilienthal sogar eine zweite Schule auf Mt. Elias in der ersten Hälfte ihres Entstehens.    1939 konnte man sogar eine dritte Lehrkraft in Lilienthal anstellen.  Leider wirkte die schrumpfende Gemeinde auch negativ auf das Schulleben aus und in den sechziger Jahren wurde selbst die Schule in Lilienthal geschlossen.  Ihr letzter Hauptlehrer war Wolfgang Garz.
   
1984 erhielt die Kirche einen neuen Anstrich und macht so einen einladenden Eindruck.

Vom 27. bis 31. Oktober 1993 fand die Synode der Evangelisch-Lutherische Kirche im Südlichen Afrika (Natal-Transvaal) oder ELKSA (NT) in Harburg statt.  Der Schlußgottesdienst der Synode fand in Lilienthal statt da die Mitglieder der Lilienthal Gemeinde beschlossen hatten die Gemeinde auf zu lösen und ein Treuhänderfonds gegründet hat die Gebäude und den Friedhof in Lilienthal im Stande zu halten.  Dieser Gottesdienst war die letzte offizielle Veranstaltung die Lilienthal als eine Mitgliedsgemeinde der ELKSA (N-T) gehalten hat.


Grundstein der Kirche

Foto: Richard Schütte



Quellen:
1.    Umvoti County, Jewel of Natal
2.    Hellberg, W. H. C.  Die Deutschen Siedlungen in Südafrika
3.    Mitteilungsblatt. 1939, 1940, 1941, 1942
4.    Bodenstein, W.  1939.  25 Jahre Arbeit.
5.    Pape, H.  1986.  Hermannsburger Missionare in Südafrika.
6.    Rundbriefe der Notgemeinschaft Evangelisch Lutherischer Christen in Südafrika.
7.    Neuenkirchen : Harburg 1886 - 2011



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