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Hermannsburg Lager

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Eckhard von Fintel

Das Hermannsburg Lager (auch bekannt als ‘Fort Ahrens’ oder ‘Fort Persevearance’ unter den Ortsansässigen) war eine beeindruckende Struktur bis vor kurzem, als bei der Abholzung von den Black-Wattle (Schwarzholz-Akazie / Acacia mearnsii) Plantagen, wo drinnen das Lager stand, zu eine Ruine reduziert wurde.

In der ersten Hälfte von 1878 unterzeichneten die Lokalen Siedler den Beschluß ein Fort zu bauen.  Sie wählten Missionar Karl Hohls, von der Hermannsburger Mission, als Vorsitzender von der Baukommission.  Die Bauarbeiten begannen im Juni und im Dezember war er vollendet.  Am zweiten Dezember versammelten sich die Unterzeichneten im Lager und wählten L.M.J. van Rooyen zum Kommandanten der Streitkräfte und Missionar Karl Hohls als Lagerkommandanten.  Hohls war verantwortlich  die Wagen und Zelte zu arrangieren und für die Disziplin im Lager.  Gleichzeitig erbaten sie vom Vizegouverneur, Sir Henry Bulwer,  daß einen Kommandanten mit allgemeine Amtsgewalt anstellen möge. Der „Resident Magistrate“, W. D. Wheelwright wurde dann als „Colonial Commondant“ angestellt mit der nötigen Amtsgewalt.


Beim Ausbruch des Kriegers, am 11. Januar 1879,  suchten die Siedler dort Schutz.  Am 18. Januar besuchte Wheelwright das Lager und überredete die Siedler auf ihre Farmen zurück zu Kehren.  Er überredete auch van Rooyen Montags und Freitags mit eine berittene Truppe von 20 Mann die Grenze zu patrouillieren.  Van Rooyen hat am 23. Januar 1879 eine Mannschaft von 15 auf Patrouille nach Middle Drift genommen.  Es ist nicht sicher ob dies der einzige Fall war.  Die Nachricht von dem Zulusieg am 22. Januar 1879 bei Isandlwana trieb die lokalen Siedler wieder ins Lager, obwohl van Rooyen versprach, daß er eine weitere Patrouille am 26. zusammenstellen kann.  Es scheint als ob zu der Zeit van Rooyen das allgemeine Kommando übers Lager übernommen hat und sich Captain Cherry, den Kommandanten der NNC* bei d’Almaine’s, unterstellt hat.

Das Lager war solide gebaut, gut bemannt, aber sie hatten zu wenig Feuerkraft.  Van Rooyen berichtete, daß er 34 Gewehre und sehr wenig Munition hatte, im Gegensatz zu eine offizielle Meldung, die von 16 Gewehre und 3040 Ladungen (rounds of ammunition) spricht.   Er bat Cherry um mehr Munition, aber er konnte nicht helfen da er nur genug für sich selber hatte und hatte die Bitte weitergeleitet an die Regierung.  Van Rooyen fuhr persönlich nach Pietermaritzburg um für mehr Feuerkraft zu fragen.  Daraufhin bekam er um den 11. Februar 1879 1000 Ladungen.  Am 14. Februar 1879 kamen weitere zwei Kisten Martini-Henry und Snider Munition.  die Berichte von Wheelright über seine Mannschaften nennt, daß das Lager von 80 berittene „Dutchmen“** (klassifiziert unter der Überschrift „Irregulars“***) und daß sie 17 Gewehre und 2180 Ladungen Munition hatten.  Somit waren die Verteidiger wohl mit weniger zufrieden oder hatten ein Teil am Waffenlager abgegeben.

*        NNC = Natal Native Contingent.  
Diese afrikanischen Hilfstruppen der Briten wurden unter den Basotho-Stämmen Natals angeworben, die den Zulu gegenüber traditionell feindlich eingestellt waren.   Der Aufbau des NNC war ähnlich dem der regulären britischen Armee.  Jedes NNC-Regiment bestand aus zwei oder drei Bataillonen, die in zehn Kompanien zu je 100 Mann aufgeteilt waren.  Dazu kamen neun weiße Unteroffiziere und ein weißer Offizier.  Das NNC war, ähnlich wie die Zulu, mit Schild und Speer, ausgerüstet; nur ungefähr jeder zehnte von ihnen war mit einem Gewehr ausgestattet.  Nach der Schlacht von Isandlwana zweifelten die britischen Kommandeure an der Loyalität der einheimischen Truppen, und das NNC wurde nur noch zur Bewachung der Grenze Natals eingesetzt.  Nach dem Krieg wurde das NNC aufgelöst.

**         Dutchmen:  
Oft haben die Engländer alles was von jenseits des Englischen Kanals kommt als „Dutchmen" bezeichnet.  In diesem Falle sind es aber wahrscheinlich Afrikaner/Holländer, denn bald danach (siehe unten) wird berichtet von den Deutschen auf der Farm Hermannsburg.

***        Irregulard = Freischärler:
Der Ausdruck Freischar bezeichnet einen militärischen Freiwilligenverband, der sich anders als reguläre Streitkräfte ohne förmliche Autorisierung einer Kriegspartei, sondern auf Veranlassung einer politischen Partei oder einer bestimmten Person an einem Krieg beteiligt. Eine Freischar im Einsatz gegen einen ausländischen Eindringling wurde oft Freikorps genannt. Der Ausdruck Freischar ist seit 1848 gebräuchlich. Die Mitglieder einer Freischar werden als Freischärler bezeichnet.

Ein Korrespondent von der Witness beim Hauptquartier von Chelmsford erwähnt Mitte Juni, im Bezug auf die Verteidigung von der Kolonie im Großen und Ganzen, von 50 oder 60 Freiwilliger im Hermannsburger Lager zu der Zeit.  Als Bulwer Ende Mai die Frage aufbrachte ob die Bürgerwehr verschärft werden sollte, bezweifelte Wheelwright es.  Er berichtete, dass beim Alarm der vor Kurzem stattfand (er erwähnte nicht ob es in Januar oder Mai  war) 163 berittene Personen und eine  Fußtruppen aus 76 Mann auftauchten.  Davon waren 63 berittene Personen und eine Fußtruppe von 19 Mann im Hermannsburger Lager und Kommandant van Rooyen konnte eine Patrouille von 50 bis 60 Mann aus schicken.  Da waren auch 14 berittene Personen und 4 Mann zu Fuß auf der Farm Hermannsburg.  [vermutlich handelt es sich um die Farm Perseverance worauf der Ort Hermannsburg gelegen ist]  diese kleine Gruppe bestand aus Deutschen die auf den Farmen Boschfontein und Perseverance wohnten.  Es ist nicht sicher warum sie nicht ins Lager mit ihren Nachbarn gezogen sind.

   Als die anfängliche Angst vor einen Einfall der Zulus nachließ kehrten die Familien im Lager auf ihren Farmen zurück.   Ein Reporter der Witness berichtete, dass Mitte April die meisten Farmer wieder auf ihren Farmen zurück waren, außer diejenigen die am Grenzgebiet wohnten, nachdem Chelmsford das belagerte Eshowe befreit hatte.

   Der Zulukrieg dauerte von den 11. Januar 1879 bis zum 1. September 1879.

   Die ungewöhnlichen Spuren/Reste einer Wand außerhalb und parallel zum Steinlager zu finden sind deuten an, dass das Lager verkleinert wurde, möglicherweise als es angeblich in 1906 gebraucht wurde.

   Das Hermannsburg Lager ist im November 1978 als Nationaldenkmal erklärt worden.

Quellen:
1.    Laband, J.P.C & Thompson, P.S.  1980.  War comes to Umvoti .
2.    http://www.kzn.org.za/
3.    Wikipedia - Zulukrieg, etc.
4.    Laband, J.P.C & Thompson, P.S. 1983.  Field guide to The War in Zululand and the Defence of Natal 1879.

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